Über uns

1950 - 1975: Aus dem Festbuch zum 25jährigen Bestehen des TTC Wirges

 

Wenn wir in diesen Tagen auf die Vergangenheit zurückschauen, stellen wir uns zwangsläufig die Frage: "Wie war es, als wir anfingen?"
Was hat uns eigentlich damals veranlasst in Wirges mit Tischtennis-Sport zu beginnen. Es finden sich mancherlei Antworten. Primär wird aber der Gedanke im Vordergrund gestanden haben, junge Menschen zu sportlichen Aktivitäten heranzuziehen, um sie zu gesunden, willensstarken und charakterlichen Menschen zu formen. Dass sich diese Gedanken rechtfertigen, mag die Bestätigung finden, in dem Leitsatz zur Jugendarbeit des Deutschen Sportbundes, in dem es heißt:
"Spiel und Sport gehören zum Leben des jungen Menschen unserer Zeit. Ungezwungene Freude an frei entfalteter Bewegung, das Erlebnis mitmenschlicher Begegnung, Wetteifer und die Leistung sind wesentliche Elemente für die Bildung der Persönlichkeit."
So sind wir ein wenig Stolz auf die vielen urkundlichen Ehrungen die der Club und seine in ihm tätigen Sportler von kommunalen und sportlichen Institutionen erhielt in denen die Verwirklichung dieses Gedankens bestätigt wurde. Und gerade heute werden wir uns der hohen Verantwortung bewusst, wenn uns Eltern ihre Kinder anvertrauen, um sie zur sportlichen Ertüchtigung heranzuziehen. Mag diese Aufgabe nicht immer leicht gewesen sein, wir haben sie aber mit Freude zu lösen versucht und werden sie auch in Zukunft erfüllen, soweit wir dazu imstande sind. So wollen wir an dieser Stelle all jener Gedenken, die in den vergangenen 25 Jahren den Club verantwortlich führten.
Wir nennen an dieser Stelle den Namen Dr. Wilfried Dann, der vielleicht die Idee und die Motivation brachte, in Wirges Tischtennissport einzuführen. Dr. Dann war auch unser 1. Abteilungsleiter im Jahre 1950, als wir uns zunächst dem Turnverein 1892 Wirges als selbstständige Abteilung anschlossen. Wir haben es oft bedauert, dass Dr. Dann nur ein Jahr bei uns tätig sein konnte. Sein Universitäts-Studium ließ ihm nicht mehr die notwendige Zeit die erforderlich war um die inzwischen auf eine stattliche Anzahl angewachsene Abteilung erfolgreich zu führen. Sicherlich legte er jedoch in der Zeit den Grundstein für eine formgerechte Vereinsführung die sein Nachfolger Franz Bach fortsetzte. Ihm folgte am 1. Januar 1952 Manfred Gerz. Mit 16 Jahren war er einer der jüngsten Abteilungsleiter im Deutschen Tischtennis-Bund. Die Tischtennisabteilung des TV Wirges konnte bereits zu diesem Zeitpunkt auf die stattliche Zahl von 89 Mitgliedern schauen. Es waren überwiegend aktive Mitglieder aus den 3 Senioren-Mannschaften, eine Damenmannschaft und zwei Jugend-Mannschaften, sowie zwei Schülermannschaften gebildet werden konnten. Ihre spielerischen Erfahrungen sammelten Sie in vielen Freundschaftsspielen gegen benachbarte Vereine. Hier sind besonders zu erwähnen Ransbach und Dernbach. Diese Spiele gingen anfangs alle verloren. Nun gegen Dernbacher Mannschaften zu verlieren war sicherlich keine Schande. Dieser Nachbarort galt damals schon als eine Tischtennis - Hochburg im Rheinländischen Tischtennis Verband.
Spielten doch in den Reihen unserer Dernbacher Freunde eine Anzahl profilierter Spieler, die sowohl im Einzel- als auch in Mannschafts- Wettbewerben schon zu Meisterehren im Rheinland gekommen waren. In Berni Höber hatten sie bereits einen Deutschen Jugend Vize-Meister. Die Niederlagen führten keinesfalls zu Resignation. Sie waren vielmehr Ansporn zu weiteren Aktivitäten. Mit zähem Fleiß und intensivem Training formten sie die jungen Spieler; keine Wunder das sich schon bald Erfolge einstellten. So wurde die Tischtennis-Abteilung am 1.9.1950 dem Sportbund Rheinland angeschlossen, was gleichzeitig bedeutete, dass die Mannschaften ihre Berechtigung erhielten, an Meisterschaftsspielen teilzunehmen. Eingeordnet wurden die Herren-Mannschaften in der Kreisklasse, in der nach Abschluss der Saison die erste Herrenmannschaft einen ehrenvollen dritten Platz erreichte.
Doch schon ein Jahr danach schaffte sie den Aufstieg in die damalige Bezirksliga, die höchste Klasse des Westerwaldes. Eine stete Aufwärtsentwicklung ließ sich nunmehr auch bei allen übrigen Mannschaften feststellen, die in den folgenden Spieljahren achtbare Plätze in den Meisterschaftsrunden erreichten.
So war es kein Wunder, dass auch schon frühzeitig der Tischtennis-Verband auf die rührige Tischtennisabteilung des TV Wirges aufmerksam wurde. Grund genug, ihr am 26./27. April 1952 die Bezirks-Einzelmeisterschaften zu übertragen. Sie wurden verbunden mit dem ersten offenen Pokal-Turnier, das den Namen der damaligen Siemens-Glas AG trug, die die Schirmherrschaft übernommen hatte. Dies war der Ausgangspunkt, das Pokal-Turnier zu einem der bekanntesten tischtennis-sportlichen Ereignisse im Tischtennis-Bund werden zu lassen.
So zögerte der Tischtennis-Verband Rheinland gar nicht lange und übertrug der tüchtigen Abteilung im Jahre 1954 die Ausrichtung der Verbands-Einzelmeisterschaften. Sie waren zweifellos seinerzeit ein Höhepunkt im Wirgeser Tischtennissport. Diese sportlichen Veranstaltungen wurden von der Wirgeser Bevölkerung gern besucht, und die Zuschauer bewunderten die herrlichen und mitreißenden Kämpfe.
So blieb es nicht aus, dass die Tischtennisabteilung davon profitierte. Viele neue Mitglieder kamen; sie alle wollten sich am schönen Tischtennissport beteiligen. Nun trat der Gedanke auf einen eigenen Verein zu gründen. Er wurde realisiert und wir gründeten am 5. Januar 1955 den heutigen Tischtennis-Club Wirges.
Ein gewagtes Unterfangen? Sicher nicht. Die inzwischen erreichte Mitgliederzahl schaffte die notwendige Substanz. Investitionen mussten durchgeführt werden. Sie bedeutete finanzielle Opfer für Verein und Mitglied. Und hier zeigte sich echter Idealismus. Ein großer Teil der Anschaffungen wurde durch die Mitglieder finanziert. Selbst die Fahrten zu den einzelnen Meisterschaftsspielen zahlten die Spieler aus eigener Tasche. Wir durften stolz sein auf alle unsere Mitglieder! Hatten wir doch plötzlich den Eindruck gewinnen können, dass die alle hinter "ihrem Club" standen. Das ließ uns für die Zukunft hoffen.
Unter der Führung unseres ersten Vorsitzenden Franz Bach machten wir uns an größere Aufgaben heran. Neben der jährlichen Durchführung des Pokal-Turniers, dessen Publizität und Popularität immer mehr deutlich wurde, erhielt der Club den Auftrag, am 17.11.1956 das Pokal-Länderspiel:
Rheinland gegen Bayern
auszutragen. Wir waren mächtig stolz darauf, den mehrfachen Deutschen Meister Conny Freundorfer, die deutschen Ranglistenspieler Sepp Seiz und Herbert Marx, die in der Bayern-Mannschaft standen, in unserem Ort begrüßen zu dürfen. Die Euphorie, die die nahezu 600 Zuschauer erfasste, übertrug sich auch auf den damaligen Bürgermeister Müller, der in seinem Grußwort die Worte (an Conny Freundorfer gerichtet) brauchte: "Herr Freundorfer sie waren schon Gast in vielen Ländern der Erde aber noch niemals in Wirges im Westerwald. Und das sie nun heute hier sind ehrt uns in ganz besonderem Maße!"
Und das Spiel selbst? Es hatte Rasse und Klasse das es die Zuschauer von ihren Sitzen riss. Ja das hatte man in Wirges noch nicht gesehen. Aus vielen begeisterten Zuschauerkritiken konnten wir den Wunsch des Publikums, weitere solcher Spiele nach Wirges zu holen, nicht ignorieren. Unsere Bemühungen waren erfolgreich. Am 20.3.1957 erlebte die Gemeinde Wirges das wohl bisher prominenteste sportliche Ereignis, einen Länderkampf gegen Australien. Lou Laza, Phil Anderson und Ray Robinson, das waren die australischen Spieler, Spieler der Weltklasse! Wir waren von ihrer sportlichen Autorität fast erschrocken. Und wie sagte doch Lou Laza beim Abschied: "Wir sind gerührt von dieser Herzlichkeit und freundlichen Aufnahme. Wir werden oft an Sie denken. Habt Dank für alles! Vielleicht gibt es irgendwann ein Wiedersehen!" Ja, wir waren geehrt worden von einem in der Welt prominenten Mann. Der junge Club hatte sich in internationalen Aufgaben bewährt. So war es gar nicht verwunderlich das immer mehr Aufgaben auf ihn zukamen.
In fast zweijährigem Turnus wurden uns regionale Meisterschaften übertragen. Und zwischendurch Länderspiele gegen die Niederlande, Luxemburg, Schweden, sowie Deutschland-Pokalspiele der rheinländischen Auswahlmannschaften und vieles andere mehr. Das jährliche Turnier, inzwischen unter dem Namen Westerwald-Glas-Pokal-Turnier, fortgesetzt und die seit Bestehen des Clubs jährlich durchgeführten Vereinsmeisterschaften erreichten eine Begeisterung, die sich auch auf die in den Meisterschaftsrunden eingesetzten Mannschaften übertragen musste. Die 1. Herrenmannschaft, vielleicht damals das Paradepferd des Vereines, spielte in Südwestdeutschlands 2. Liga. Unvergessen die Spieler Rudi Birk, Josef Himmrich, Berni Höber, Peter Jäger, Werner Meurer, Wolfgang Schmid, Egon Stäcker, Hermann Wehler und Rolf Raetsch, die gegen so starke erste Mannschaften aus Saarbrücken, Pirmasens, Ludwigshafen (um nur einige zu nennen) ihren Mann standen. Fast alle waren sie längst in den Siegerlisten des Tischtennis-Verbandes Rheinland und des Südwestdeutschen-Verbandes zu finden.
Aber wir waren uns auch darüber in klaren, dass diese Erfolgsserie nicht zu stabilisieren war. Die eben so gelobte Mannschaft verlor einen Teil ihrer guten Spieler infolge beruflicher und privater Gründe. Der Abstieg aus dieser Klasse war nicht mehr zu vermeiden. Der Nachwuchs musste sich erst formen. Im Jahre 1957 übernahm dann Josef Himmrich das verantwortungsvolle Amt des ersten Vorsitzenden. Mit damals 22 Jahren war er noch relativ jung. Doch er hatte sich schon in anderen Aufgaben bewährt. In den verschiedenen Gremien des Kreises, des Bezirkes und auch des Verbandes hatte er sich Erfahrungen angeeignet, die dem Club zu Nutzen waren. Und schließlich gab Josef Himmrich dem Club neue Impulse. Gemeinsam mit seinen verantwortlichen Mitarbeitern im sportlichen Bereich, baute er die jugendlichen Spieler auf. Die Erfolge die sie erzielten gaben ihm Recht. Es bestätigte sich, dass seine Vorstellungen eine Umstrukturierung der Mannschaften vorzunehmen richtig waren. Alte erfahrene Spieler koordiniert mit jugendlichen Kräften in den Meisterschaftskampf zu schicken war bestimmt eine gute Mischung. Inzwischen hatten sich bereits die Jungen bewährt. In der Mannschaftsbesetzung Winfried Gerlach, Winfried Hehl, Klaus Metternich, Thomas Siry und Hermann Wolf wurden sie 1970 Rheinland-Meister.
Wir konnten auf die Mannschaften wieder bauen. Wenn auch vorübergehend eine Stagnation im sportlichen Bereich erkennbar war, so sind wir doch für die Zukunft voller Optimismus, und hoffen, das aus der Talfahrt bald wieder herauskommen zu können. Diese berechtigten Hoffnungen stützen sich auf unsere Jugend, die bereits heute schon wieder in Achim Schwickert einen Rheinlandmeister besitzt. Er und seine Kameraden erreichten schon wieder beachtenswerte Erfolge in den Mannschaftswettbewerben. Wir sind sicher, dass sich bald weitere Erfolge einstellen werden.
Doch auch die einst so erfolgreichen Spieler blieben uns im Club erhalten. "Wer rastet, der rostet", sagten sie sich und schlossen sich prompt in einer Alt-Herren-Abteilung innerhalb des Clubs zusammen. Sie verbinden ihre sportliche Betätigung mit bewundernswerter Geselligkeit. Sie aber dienen auch dem Club. Und oftmals haben wir uns schon gesagt; "Wenn wir wohl die Alten-Herren nicht hätten!" Sie sind bei vielen Veranstaltungen schon die tragenden Säulen des Clubs gewesen. Mit ihrer reichen menschlichen und sportlichen Erfahrung unterstützten sie die Jugend und stehen ihr helfend zu Seite.
In diesen Kreis beziehen wir auch ein, unsere seit einiger Zeit wieder aktive Damen-Mannschaft, die sich hauptsächlich aus Spielerinnen zusammensetzt, die vor vielen Jahren selbst einmal den harten, aber fairen und schönen Sport betrieben haben. Heute angesehene Ehefrauen und Mütter, deren Kinder schon in den Schüler-Mannschaften ihren Tischtennis-Sport betreiben, sind ebenfalls ein Vorbild in charakterlichen Beziehungen. Sie sind einfach für den Club unentbehrlich.
Insgesamt gesehen setzt sich der Club in seinen Mitgliedern aus einer gesunden Mischung aus Jung und Alt zusammen, aus dem zurzeit
2 Herren-Mannschaften
1 Jungen-Mannschaft
1 Schüler-Mannschaft
1 Damen-Mannschaft
in den laufenden Meisterschaftsrunden eingesetzt sind. Neben diesem Spielerkreis beteiligt sich noch eine Vielzahl übriger Mitglieder aktiv am Training, um hierdurch "Ungezwungene Freude an frei entfalteter Bewegung und das Erlebnis mitmenschlicher Begegnung" zu praktizieren.
Möge diese Jubiläum unserem jungen Verein neue Freunde bringen und ihn in seiner Gesamtheit erneut festigen, damit die stolze Vergangenheit über die festlichen und fröhlichen Tage hinaus, in eine glückliche Zukunft führt, um den Worten von Coubertin :
"Sich gegenseitig messen, übertreffen, das ist das Ziel, ein Wettstreit für den Frieden" eine realistische Deutung zu geben.
Das wünschen sich -in diesem Sinne- die Gründer
Manfred Gerz, Josef Himmrich, Bruno Jonas

 

 

Trainingszeiten:

Jugendtraining

Mittwoch: 18.00 - 19.30

Donnerstag: 16.30 - 17.45

Freitag: 17.00 - 19.00

Damen- & Herrentraining

Mittwoch: 19.30 - 22.00

Freitag: 17.00 - 20.00

Freizeitsportgruppe

Mittwoch: 18.30 - 22.00

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